Borkenberge / Haltern am See
Dülmen / Lüdinghausen / Sythen / Haltern am See / Flugplatz Borkenberge

"Kanonenkönig"

Von 1873 - bis 1877 wurde die Borkenberg von den "Kanonenkönig" regierte.

Schon vor der Nutzung als Truppenübungsplatz durch britische Truppen nach dem Zweiten Weltkrieg und später auch durch weitere Nato-Truppen sind die Borkenberge bereits ab 1840 für militärische Versuchszwecke genutzt worden. So schreibt der Sythener Heimatforscher Bernhard Kins in einem Artikel über die Nutzung der Borkenberge als Schießplatz. Demnach hatte Alfred Krupp (1812-87) schon 1840 Versuche und Proben zum Einsatz von Gussstahl zur Herstellung von Kanonen gemacht. Die erzielten Erfolge brachten ihm den Namen „Kanonenkönig“, und in späteren Jahren Lieferaufträge des deutschen Heeres und anderer europäischer Staaten ein.

Zur Erprobung von Geschützen waren natürlich praktische Versuche auf einem entsprechenden Gelände notwendig. Nach Krupps Vorstellungen musste dieses Gelände „zumindest zwei Meilen lang und eine Meile breit, unbewohnt, unkultiviert und nicht von Wegen durchschnitten sein“.

1873 hatte Krupp ein entsprechendes Versuchsgelände ausfindig gemacht und teils durch Kauf, teils durch Anpachtung in seinen Besitz gebracht. Krupps privater Schießplatz wurde dann zu Versuchszwecken auch von Heer und Marine genutzt. 1874 gefährdeten die Versuche auf dem Schießplatz angrenzende Bauernhöfe dermaßen stark, dass Krupp unter Androhung einer erheblichen Geldstrafe vorübergehend weitere Versuche mit Geschützen verboten wurden.


Krupp nutzte das Gelände bis 1877 und ließ in dieser Zeit dort streng bewachte Munitionsschuppen, Laboratorien, ein Pulvermagazin und auch Unterkunftsräume für Werksbeauftragte bauen. Bei den Versuchen mit Geschützen wurde von Visbeck (heute Dülmen) aus in Richtung Borkenberge geschossen. Wegen der schnellen Fortschritte in Bezug auf die Reichweite der Geschütze und der damit verbundenen Gefährdung für die Anlieger, musste der Borkenberger Schießplatz 1877 aufgegeben werden. Krupp fand ein neues Versuchsgebiet im Emsland.

 Text und Fotos sich nicht identisch